INFORMATIONEN LOGOPÄDIE

Die Praxis ErgoLog, Praxis für Logopädie, behandelt Menschen jeden Alters mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, die organisch oder funktionell verursacht werden. Einige haben wir unten für Sie näher erklärt.

Seit 1998 bieten wir im Rhein-Sieg-Kreis und Umgebung logopädische Versorgung im ambulanten Bereich an, zuerst in Troisdorf, seit 2003 in Siegburg in neuen, größeren Praxisräumen. Durch den Umzug konnten wir die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Ergotherapie als „Therapie unter einem Dach“ zum Vorteile unserer Patienten verbessern.

Unser Team besteht aus 10 Logopädinnen und Logopäden, die sich sich durch regelmäßige Fortbildungen spezialisiert haben und neue, sinnvolle Therapieverfahren in ihre Behandlung einfließen lassen. In der Praxis finden regelmäßige Supervisionen, Hospitationen und eine wöchentliche Teambesprechung inklusive Falldarstellungen statt. Hierbei werden auch computer- und video-unterstützte Therapieverfahren eingesetzt. In gemeinsamen Besprechungen mit dem ergotherapeutischen Team werden die Therapie-Inhalte bei gemeinsam behandelten Patienten abgestimmt und fachübergreifende Fragen beantwortet.

Logopädische Therapie sowie Befunderhebung erfolgen immer auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung (Rezept). Gerne geben wir Ihnen Auskunft über die Vorgehensweise bei einer notwendigen Therapie.

Bei entsprechender ärztlicher Verordnung führen wir gerne Hausbesuche durch. Logopädische Behandlung ist angezeigt bei:

  • Sprachentwicklungsverzögerungen/ Störungen der Sprache vor Abschluss der Sprachentwicklung
  • Schriftspracherwerbsstörungen / Lese-Rechtschreibschwäche
  • Aphasien (zentral bedingte Sprachstörung durch Unfall oder Krankeit)
  • Dysarthrien/Störungen der Sprechmotorik
  • Dysphagien (Störungen des Schluckaktes/Störungen der Nahrungsaufnahme)
  • Dysphonien (Stimmstörungen)
  • Rhinophonie (Näseln)
  • Redeflussstörungen (Stottern, Poltern)
  • Laryngektomie (Kehlkopfentfernung)

BEHANDLUNGS­ANGEBOT

Aphasien

Aphasien

Eine Aphasie ist eine zentral bedingte Sprach­störung, bei der die Sprach­produktion (z.B. das Bilden von Lauten, der Satzbau, der Wortschatz) und das Sprachverständnis beeinträchtigt sein können. Meist ist auch das Lesen und Schreiben betroffen.
Zusätzlich können noch weitere Funktions­ausfälle, wie Gedächtnisstörungen, Aufmerksamkeits- und Konzentrations­­störungen, Sehstörungen und Lähmungen an Armen und Beinen hinzukommen.

Die intellektuelle Leistung des Patienten ist unabhängig von der Sprachstörung. Auch Patienten mit schweren Sprach­störungen können über eine gute Intelligenz verfügen. Ursachen von Aphasien:

Wird das Sprachzentrum im Gehirn durch Krankheit oder Unfall beschädigt, kann eine Sprachstörung auftreten. Häufige Ursachen sind z.B. Schlaganfälle, Tumoren, Verletzungen der entsprechenden Gehirngebiete durch Unfälle, Schädigungen durch Abbau­prozesse des Gehirns (z.B. Morbus Alzheimer) etc.

Hauptformen von Aphasie:

Globale Aphasie: Schwerste Form der Aphasie. Die Patienten können meist nur wenige Worte/ Silben äußern oder nur unverständlich sprechen. Das Sprachverständnis ist schwer gestört.
Broca-Aphasie: Die Patienten haben Probleme, Sätze grammatikalisch richtig zu bilden. Häufig gelingen nur Ein-, Zwei- oder Drei-Wort-Äußerungen. Zusätzlich kommt es zu schweren Wortfindungsstörungen. (Das Sprach­verständnis ist aber relativ gut erhalten.)
Wernicke-Aphasie: Der Sprachfluss ist meist gut erhalten bzw. häufig sogar beschleunigt. Die Sprache ist jedoch oft inhaltlich nicht sehr bedeutungsvoll. Der Gesprächspartner hat deshalb oft Mühe, das Geäußerte zu verstehen. Auch das Sprachverständnis dieser Patienten ist meist erheblich gestört.

Amnestische Aphasie: Hierbei sind vor allem häufig Wortfindungsstörungen zu beobachten. Die Patienten finden oft nicht die richtigen Bezeichnungen oder Ausdrücke. Das Führen eines Gespräches ist mit amnestischen Aphasikern recht gut möglich. Es existieren noch weitere Sonderformen von Aphasien, die keinem der o.g. Aphasien zugeordnet werden können.
Untersuchungsverfahren und Behandlungsmethoden bei Aphasie

Untersuchungsbereiche:

  • Individuelle verbale und nonverbale Kommunikationsfähigkeit
  • Semantische, syntaktische, phonetisch-phonologische Fähigkeiten
  • Automatisierte Sprachanteile
  • Hörmerkspanne
  • Auditives Sprachverständnis und Lesesinnverständnis
  • Symbolverständnis
Dysarthrien

Dysarthrien / Störungen der Sprech­motorik

Als Dysarthrie bezeichnet man Sprech­störungen (im Gegensatz zu Sprachstörungen), denen eine Fehlfunktion der Motorik der am Sprechvorgang beteiligten Organe (z.B. Zunge, Lippen, Gaumensegel) zu Grunde liegt.
Dabei sind die sog. Funktionskreise Atmung, Stimmgebung (Phonation) und Aussprache (Artikulation) betroffen. Werden Gebiete des zentralen oder peripheren Nerven­systems im Gehirn geschädigt, kommt es zu Dysarthrien.

Mögliche Ursachen:

  • Progrediente Erkrankungen (z.B. Morbus Parkinson, Multiple Sklerose (MS), Bulpärparalyse)
  • Schädel-Hirn-Trauma (z.B. nach Unfällen)
  • Schlaganfall

In Abhängigkeit vom Ort der Hirn­schädigung zeigen sich unterschied­liche Dysarthrieformen. Parallel sind auch Störungen der Körper­motorik wie Hypotonie, Hypertonie, Ataxie oder Hyperkinesen, die sich auch in den am Sprechen beteiligten Funktionskreisen zeigen, zu beobachten.
Je nach Grad der Schädigung eines oder mehrerer Funktionskreise bilden sich unterschiedliche dysarthrische Erscheinungsbilder aus, wie z.B.:

  • undeutliche, verwaschene Artikulation (Aussprache)
  • beschleunigtes oder verlangsamtes Sprechtempo
  • abgehackte Sprechweise, monotones Sprechen
  • zu lautes oder zu leises Sprechen
  • rauher und gepresster Stimmklang, nasaler Stimmklang („Näseln“)
  • Kurzatmigkeit

Dysarthrien können in ihrem Schweregrad und symptomatischen Erscheinungs­bild sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. So sind Patienten mit sehr starken Dysarthrien oft kaum dazu in der Lage, verständliche Äußerungen zu produzieren, Patienten mit leichten Störungen können annähernd normal kommunizieren.

Untersuchungsverfahren und Behandlungs­methoden bei Dysarthrie (auch bei infantiler Cerebralaprese) und Sprechapraxie.
Untersuchungs­bereiche:

  • Körperhaltung, Muskeltonus, Sensibilität (ganzkörperliche Reflexe)
  • Artikulatorische und mimische Muskulatur (orale Sensibliät und Reflexe, Nahrungsaufnahme)
  • Kommunikative Kompetenz – Gestik/ Mimik; Spontansprachanalyse, Beurteilung der    Verständlichkeit
  • Ruhe- und Sprechatmung
  • Prosodische Fähigkeiten
  • Artikulation, Sprach-, Sprech- und Stimmstatus

Untersuchungsverfahren:

  • Frenchay Dysarthrie Test
  • UBT

Behandlungsmethoden:

  • Orofaciale Regulationstherapie nach Castillo Morales FOTT nach Coombes
  • Mundtherapie nach Rood
  • Haltungsaufbau und Tonusregulation (NET, Castillo Morales)
  • Aufbau alternativer Kommunikation (Piktogramme)
  • Gebärdentraining; GuK (Gebärden unterstützte Kommunikation)
  • Atemrhythmisierung und –einteilung (Schlaffhorst-Andersen, Middendorf)
  • Lautsprachbegleitende Gebärden (Koch`sche Fingerzeichen)
  • In-vivo Training
Dysphagien

Dysphagien (Störungen des Schluckaktes / Störungen der Nahrungsaufnahme)

Als Schluckstörungen bezeichnet man Störungen der Nahrungsaufnahme. Sie können sich als Kau- und Trinkstörungen äußern. Die Lebensqualität kann durch solche Störungen immens beeinträchtigt sein. Essen und Trinken ist häufig nur noch schwer möglich (künstliche Ernährung mittels Sonde ggf. erforderlich), schwere gesundheitliche Störungen (z.B. Lungenentzündungen) können die Folge sein.

Ursachen von Schluckstörungen bei Erwachsenen:

  • Neurologische Erkrankungen (z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson,   Hirnschädigung nach Unfall). Schluckstörungen treten hierbei häufig neben Sprach- und    Sprechstörungen auf (s.a. Aphasie, Dysarthrie).
  • Tumorerkrankungen im Mund-, Rachen- und Kehlkopfbereich. Nach operativen Maßnahmen    bestehen im Mundraum häufig stark veränderte Gegebenheiten.
  • Beeinträchtigungen von Kehlkopf bzw. Stimmbändern (z.B. Kehlkopfentzündungen oder    Stimmbandlähmungen nach Langzeitbeatmung oder Schilddrüsenoperation.

Die Diagnostik von Dysphagien findet in enger Kooperation von Logopäden und Ärzten statt. Bei schweren Schluckstörungen muss interdisziplinär (d.h. zusammen mit Arzt, Physio- und/oder Ergotherapeut) über die Art der Kalorienzufuhr entschieden werden. Der Logopäde soll die Voraussetzungen für die orale Nahrungsaufnahme schaffen.

Behandlungsziele:

  • Bahnung der normalen facio-oralen Bewegungen und Aufrechterhaltung bestehender    Fähigkeiten der Nahrungsaufnahme.
  • Schluckstörungen im Kindesalter

Auch bei Kindern ist bei schweren organisch bedingten Schluckstörungen die notwendige Flüssigkeits- und Kalorienzufuhr häufig eine zeitlang nur durch Sondenernährung zu gewährleisten. Das Erlernen des Sprechens ist durch fehlende Erfahrung normaler Bewegungsabläufe (gerade im Mundbereich) häufig sehr erschwert oder gar unmöglich.

Myofunktionelle Störungen:

Bei funktionellen Schluckstörungen stoßen viele Kinder beim Schlucken mit der Zunge gegen die Vorderzähne (ca. 1000 mal am Tag!). Daraus resultieren Fehlstellungen der Zähne (z.B. Überbiss) und des Gebisses, im weiteren Verlauf auch Fehlbildungen von Lauten (z.B. Lispeln).

Organische Ursachen von kindlichen Schluckstörungen:

  • Angeborene Erkrankungen des Gehirns und des zentralen Nervensystems (besonders bei    körperbehinderten Kindern).
  • Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten. Je nach Ausprägung treten auch bei Spalt-Kindern Probleme    beim Saugen, Füttern und Schlucken auf.

Funktionelle Ursachen:

  • Ungünstige Flaschenernährung (Flaschennuckeln als Angewohnheit oft bis ins Schulalter,    falsche Flaschensauger).
  • Falsche Nahrung (zu weiche und damit verbunden fast auschließlich süße Nahrung regt die    Muskulatur im Mundbereich nicht genügend an)
  • Nuckelangewohnheiten (sog. „habits“) wie Daumenlutschen oder zu lang anhaltdendes    Schnullerlutschen
  • Behinderung der Nasenatmung (durch Infekte, Allergien, vergrößerte Rachen- und/oder    Gaumenmandeln), dadurch kommt es zu offener Mundhaltung und damit zur Erschlaffung der    Zungen- und Gesichtsmuskulatur.

Untersuchungsverfahren bei Störungen der Nahrungsaufnahme (Schluckstörungen/Dysphagien):

  • Untersuchung der am Schlucken beteiligten Muskelgruppen in Ruhe und Bewegung (Lippen,    Wangen, Kiefer, Zunge, Gaumensegel, Kehlkopf) n. Brune/Kuhlmann/Nusser-Müller-Busch
  • Prüfung der oralen Sensibilität und der oralen Reflexe n. Schröter-Morasch
  • Beobachtung von Schluckversuchen mit unterschiedlichen Nahrungskonsistenzen

Behandlungsmethoden bei Störungen der Nahrungsaufnahme (Schluckstörungen/Dysphagien):

  • Therapie des Facio-Oralen Traktes (n. Coombes)
  • Orofaziale Regulationstherapie (n. Castillo-Morales)
  • Pinsel-/Eistherapie (n. Rood)
  • Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
  • Kausale Dysphagie Therapie nach Nusser-Müller-Busch oder Bartolomé
  • Kompensatorische Techniken wie supraglottisches Schlucken, Mendelssohn-Manöver,    diätische Maßnahmen
  • Nahrungsplazierung
  • Einsatz von Hilfsmitteln
LRS

LRS – Schriftspracherwerbsstörungen

Unter dem Syndrom der umschriebenen Lese- und Rechtschreibschwäche sind Störungen zu verstehen „deren Hauptmerkmal eine ausgeprägte Beeinträchtigung der Entwicklung der Lese-und Rechtschreibfähigkeit ist, die nicht durch eine allgemeine intellektuelle Behinderung oder inadäquate schulische Betreuung erklärt werden kann“(Remschmidt und Schmidt 1986).

LRS ist eine Leistungsstörung, welche im Rahmen des konventionellen Lese- und Rechtschreibunterrichts zu einer Stagnation des Lernprozesses führt, während in anderen Leistungsbereichen dem Intelligenzniveau des Kindes entsprechende Leistungen erzielt werden. Der Begriff Entwicklungsdyslexie und -dysgraphie meint eine schwere Störung des Schriftspracherwerbs unabhängig von intellektuellen, kulturellen und emotionalen Verursachungsfaktoren. Entwicklungsdyslexie und -dysgraphie ist ein international gebräuchlicher Begriff. Dyslexie steht für Lesestörung und Dysgraphie bzw. Dysorthographie für eine Rechtschreibstörung.

Hypothesen zur Verursachung

Generell ist von einem multifaktoriellen Bedingungsgefüge auszugehen. Die traditionelle Forschung geht von einer allgemeinen Entwicklungsstörung der visuellen bzw. der auditiven Wahrnehmung aus sowie der Motorik bzw. der sensorischen Integration.

Neuere Untersuchungen nehmen als Ursache Störungen der Sprachentwicklung an. Eine nicht rechtzeitig vor der Einschulung überwundene SES kann auch als nicht hörbare Störung der Entwicklung des phonologischen Systems zu einer Schriftspracherwerbsstörung führen.

Für logopädische Therapie in Frage kommende Kinder zeigen u.a. folgende Auffälligkeiten:

  • Auditive Differenzierungsschwäche (Laute können nicht gut unterschieden werden)
  • Defizite in der Lautsynthese (das Zusammenziehen der Laute zu einem Wort gelingt nicht, es    wird häufig buchstabiert)
  • Defizite in der Lautsegmentierung (das Unterteilen eines Wortes in Silben und Laute fällt    schwer)
  • Verkürztes auditives Kurzeitgedächtnis
  • Verkürztes visuelles Kurzzeitgedächtnis
  • Auditive Durchgliederungsschwäche (z.B. Wörter können nicht aus Sätzen, Laute nicht aus    Wörtern „gefiltert“ werden)
  • Konzentrationsschwächen. (Dies kann z.B. bei der Fehlerüberprüfung zum Problem werden.    Obwohl das Kind die richtige Schreibweise kennt, übersieht es beim Überprüfen auf Grund zu    geringer Konzentration den Fehler.)

Untersuchungsverfahren bei Schriftsprachentwicklungsstörungen:

Lesefähigkeit:

  • Züricher Lesetest
  • Salzburger Lesetest

Rechtschreibefähigkeit:

  • Diagnostischer Rechtschreibtest
  • Hamburger Schreibprobe (Mai)
  • Salzburger Lese-, Rechtschreibtest

Auditive Diskriminationsfähigkeit:

  • Heidelberger Lautdifferenzierungstest

Auditive Merkspanne und visuelle Merkspanne:

  • Mottier-Test
  • Zahlenfolgegedächtnis (aus PET)
  • Frostig
  • MPVT
  • Symbolfolgegedächtnis (aus PET)

Lautsynthese/ Lautanalyse:

  • Laute verbinden und Wörter ergänzen aus PET
  • HSET

Visuell-konstruktive und visuell-räumliche Fähigkeiten:

  • Frostig Edinburgh-Fragebogen z. Lateralität

Graphomotorik:

  • Untersuchungsreihe n. Günther

Sprachsystematische Fähigkeiten:

  • Lautbestandsanalyse und/oder phonologische Prozessanalyse

Behandlungsmethoden bei Schriftspracherwerbsstörungen:

  • Sehen-Hören-Sprechen; Lesevorbereitung (Heuß)
  • Hören, sehen, schreiben, kontrollieren (Arenhövel et.al.)
  • Morphemmethode (n. Waldmann)
  • Metaphon (n. Howell,J./Alan,E.; dt. Übertragung von Jahn)
  • Leseschritte (Rabanus)
  • Auditives Wahrnehmungstraining (z.B. n. Nikisch, Lauter,Breitenbach)
  • Beratung und Anleitung von Eltern, Angehörigen und Bezugspersonen
Sprachentwicklungsstörung

Sprachentwicklungsverzögerungen / Störungen der Sprache vor Abschluss der Sprachentwicklung

Von einer verzögerten Sprachentwicklung spricht man, wenn der Erwerb von Sprache einerseits zu spät, andererseits aber auch sehr langsam bzw. unvollständig erfolgt.
Folgende Symptomgruppen lassen sich unterscheiden:

  • Störungen der Artikulation (Dyslalien)
  • Sprachlaute bzw. Lautverbindungen werden vom Kind
  • ausgelassen (Blume = Lume) und/oder
  • durch andere ersetzt (Kuh = Tuh) und/oder
  • falsch gebildet (Schule = Sule); vgl. auch „Lispeln“

Verzögerte vorsprachliche Entwicklung/Verzögerter Sprachentwicklungsbeginn:

  • Das Kind schreit, gurrt und lallt kaum.
  • Das Kind hört zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat mit Lautäußerungen auf (dies könnte ein    Hinweis auf eine Hörstörung sein).

Bereits im Kindergartenalter (oder früher) können Kinder mit Problemen beim Spracherwerb auffallen. Dabei kann die kindliche Ausdrucksweise sehr unterschiedlich gestört sein:

Eingeschränkter Wortschatz

Das Kind kann viele Dinge noch nicht altersgemäß benennen. Es verwendet statt dessen hinweisende Ausdrücke (z.B. „das da“) und gebraucht für unterschiedliche Worte (z.B. für „Keks“, „Brot“ und „Löffel“) stets den selben Begriff („Happa“).

Diese Störung tritt in der Regel nie isoliert auf, sondern häufig in Kombination mit Dyslalie und/oder Schwierigkeiten beim Grammatikerwerb.

Dysgrammatismus

Auslassungen von Wörtern und Satzteilen (z.B. „Timo Hause“, „Mama Ball“, „Susi steht Tisch“).

Falsche Stellung der Wörter im Satz („Heute nach Hause gehe ich“).

Fehlende Form, z.B. Verwechseln von Artikeln („der Mädchen“); Verben werden nicht gebeugt („ich gehen“, „du machen“); Vergangenheits- und Zukunftsformen werden nicht oder falsch benutzt („ich bin gegangt“, „ich habe gegesst“).

Eingeschränktes Sprachverständnis/Sprachverständnisstörung

Trotz intakten Gehörs wird die Bedeutung von Wörtern und Sätzen nicht verstanden. Diese Störung fällt im Alltag oft nicht auf, weil die Kinder sich am Situationszusammenhang und der Mimik und Gestik des Gesprächspartners orientieren und dadurch wissen was gemeint ist.

Verläuft die Entwicklung aller o.g. Bereiche verzögert, spricht man von einer Sprachentwicklungsverzögerung. Die Äußerungen des Kindes müssen immer im Verhältnis zu seinem Alter gesehen werden. So verwendet ein 2-jähriges Kind normalerweise 2-3-Wort-Äußerungen und noch keine komplizierten Satzkonstruktionen. Entsprechendes gilt für die Entwicklung der Aussprache und der anderen geschilderten Bereiche.

Eine normal ablaufende Sprachentwicklung ist jedoch auch immer das Ergebnis einer positiven Gesamtentwicklung (geistige, motorische Entwicklung, Entwicklung d. Hörens, Sehens, Tastens etc., soziale und emotionale Entwicklung) und sollte nicht losgelöst davon betrachtet werden.

Ursachen von kindlichen Sprachstörungen

In der Regel kommen immer mehrere Verursachungsfaktoren in Frage, die die Aufrechterhaltung einer Sprachstörung bedingen können. Im Einzelnen können die Ursachen vier Bereichen entstammen:

  • Organische Ursachen (z.B. Hörstörungen, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, neurologische    Störungen, Bewegungsstörungen etc.)
  • Vererbte Ursachen (Sprachstörung wird nicht vererbt, aber Disposition zu einer    Sprachschwäche    kann vorliegen).
  • Soziokulturelle Ursachen (z.B. zu viel Fernsehen, wenig Kommunikation in der Familie, wenig    Sprachanregung, falsches Verhalten bei Zweisprachigkeit etc.).
  • Psychische Ursachen (z.B.durch Partnerschaftskrisen, Erziehungsunsicherheiten, Trennung d.    Eltern etc.)
  • Untersuchungsverfahren und Behandlungsmethoden bei Störungen der Sprachentwicklung und    der auditiven Wahrnehmung

Untersuchungsverfahren

Artikulation:

  • Screeningverfahren zur Erhebung des Lautinventars (z.B. nach Grziwotz)
  • Überprüfung der Mundmotorik und des Schluckens
  • Überprüfung der oralen Stereognosefähigkeit (Wahrnehmung im Mund)
  • Phonologische Prozesse:
  • Ausspracheprüfung (Wagner, Fox, Hild)
  • Überprüfung der phonologischen Bewusstheit (z.B. BISC)

Semantik/Lexikon:

  • AWST; FTF-W, semantisch-lexikalische Analyse(nach Dickmann/Klasen)
  • Potsdammer Screening

Morphologie/Syntax:

  • Potsdammer Screening
  • Morphologisch-syntaktische Analyse (Clahsen), CASE (Collings)
  • Sprachverständnis:
  • Sprachentwicklungsskalen (Reynell/ dt. Bearbeitung von Sarimski)

Weitere Bereiche:

  • Spontansprachbeurteilung
  • Entwicklungsprofil nach Zollinger
  • HSET
  • Überprüfung der auditiven und der visuellen Wahrnehmung

Behandlungsmethoden:

  • Auditives Wahrnehmungstraining (z.B. n. Nikisch, Lauter,Breitenbach)
  • Mundmotorische Übungen (z.B. n Kittel, Garliner, GRUMS),
  • Artikulationstherapie (z.B. nach van Riper, Erlanger Programm zur lautunterstützenden    Bewegung)
  • Behandlung phonologischer Störungen (z.B. Metaphon, Würzburger Trainingsprogramm)
  • Ausgehend von konkreten Handlungssituationen werden indirekte (HOT n. Weigl,    handlungsbegleitendes Sprechen, corrective feedback, etc.)
  • und direkte (Satzmusterübungen, Lückensätze, etc.) Methoden zur Verbesserung semantisch/    lexikalischer und morphologisch-syntaktischer Fähigkeiten angewendet (z.B. n. Grohnfeldt und    Füssenich).
  • Beratung und Anleitung von Eltern, Angehörigen und Bezugspersonen
  • Förderprogramm nach Frostig
Stottern

Redeflussstörungen (Stottern, Poltern)

Unter Stottern versteht man Störungen des Redeflusses durch Wiederholen von Lauten, Silben und Wörtern und/oder durch Blockaden.
Bei chronischem Stottern können pressendes Verharren in der Artikulationsstellung und auffällige Bewegungen der Mimik und Körpermotorik (sog. Mitbewegungen) auftreten, ebenso emotionale Begleiterscheinungen (Angst-, Wut-, Schamreaktionen) und sprachliches und/oder soziales Vermeideverhalten.
Oft ist die gesamte Kommunikation (auch die Situation des Gesprächspartners) beeinträchtigt. Stottern wird daher auch als Kommunikationsstörung bezeichnet.

Altersgemäße Sprechunflüssigkeiten

Im Alter zwischen 2 1/2 und 4 1/2 Jahren treten bei fast allen Kindern im Rahmen ihrer Sprachentwicklung Phasen auf, in denen sie manchmal Satzteile, Wörter oder Silben wiederholen oder im Sprechen innehalten, um das richtige Wort zu finden oder den Ablauf des Satzes richtig gestalten zu können. Diese Unsicherheiten im Sprechablauf sind völlig üblich – sie werden von den Fachleuten als altersgemäße Sprechunflüssigkeiten bezeichnet.
Sollten diese Phasen länger als ein halbes Jahr andauern, müssen die Eltern darauf hinwirken, dass sich kein wirkliches Stottern einstellt. Zur genaueren Abklärung sollte dann ein Logopäde aufgesucht werden.

Ursachen von Stottern:

Eindeutige Erklärungen gibt es bis zum heutigen Tage nicht. Man geht davon aus, dass Stottern auf Grund verschiedener kombinierter Faktoren aus dem körperlichen und seelischen Bereich und aus Umwelteinflüssen entsteht. Viele Symptome entstehen erst als Reaktion auf das anfängliche Stottern und verändern sich im Laufe der Zeit ständig.

Untersuchungsverfahren bei Kindern:

  • Spontanspracheanalyse
  • Interaktionsbetrachtung Eltern/Kind
  • Interaktionsfragebogen
  • Überprüfung der Variabilität des Sprechverhaltens (z.B. Lombard)
  • Beurteilung der Eigenwahrnehmung des Sprechverhaltens

Behandlungsmethoden bei Kindern:

  • Therapie nach Katz-Bernstein
  • Interaktiver Ansatz nach Johannsen/Schulze
  • Therapie nach C. Dell
  • Elterntraining nach Ann Irwin
  • Elternberatung nach Wendlandt
  • Non-Avoidance-Therapie nach van Riper

Bei Poltern:

  • Atemrhythmisch angepasste Phonation n. Coblenzer
  • Pacing-Board
  • Erarbeitung von Wort- und Satzaktzenten
  • Verbesserung der Artikulationsprägnanz
  • Vokalableitung n. Fernau-Horn
  • Zeitlupensprechen
Stimmstörungen

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